Dabei hat die Baukommission einschneidende Massnahmen ergriffen, um das Projekt wirtschaftlich und funktional anzupassen: Kosten wurden gesenkt, Einnahmen erhöht und öffentliche sowie gemeinschaftliche Flächen reduziert. Das ursprüngliche Nutzungskonzept bleibt unter betrieblichen Einschränkungen grösstenteils umsetzbar.
Redimensionierung
Um die Tragbarkeit zu verbessern, wurden folgende Massnahmen getroffen:
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Mehr Wohnfläche: Um die Mieteinnahmen zu erhöhen, wurde mehr Wohnfläche zulasten von gemeinschaftlichen und öffentlichen Räumen geschaffen.
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Verkleinertes Auditorium: Die Kapazität wurde reduziert, wodurch die maximale Teilnehmerzahl bei Grossveranstaltungen geringer ausfällt. Die Kapazität wurde auf 300 Plätze (inklusive Erweiterung des Auditoriums) reduziert.
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Eingeschränkte Kapazitäten beim Essen: Für anschliessende Verköstigungen ist weniger, jedoch trotzdem noch ausreichend Platz verfügbar.
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Flexibler Einsatz der Räume: Überlagerungen bei der Nutzung (z.B. Kinder- und Jugendarbeit mit Makerspace und Stube) führen zu einem erhöhten betrieblichen Aufwand. Die Gestaltung dieser Räume muss nun unterschiedlichen Nutzungen dienen und kann sich nicht nur auf eine Nutzergruppe (z.B. nur auf Kinder) beschränken.
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Verzicht auf weitere gemeinschaftliche Flächen: Bereiche wie der Dachgarten, zusätzliche Sanitäranlagen, die Brücke oder eine gemeinschaftliche Dachterrasse wurden gestrichen.
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Verschiedene Einsparungen bei den Baukosten: Effizientere Bauweise, Reduktion des Untergeschosses, Verkleinerung der Küche und die Vereinfachung der Gebäudetechnik vergünstigen das Projekt.
Bedeutende Mehrwerte zur bestehenden Stefanskirche
Das redimensionierte Stefansviertel bietet nach wie vor einen deutlichen Mehrwert für das Quartier und die Kirchgemeinde:
• Attraktivität für Einzelne: Das sogenannte «Herz» wird zu einem offenen, einladenden Ort zum Verweilen und für Begegnungen.
• Ganztagesnutzung: Verbesserte Räume wie Coworking Space, Makerspace, Aktivraum, Küche mit Esssaal mit Indoorspielplatz sowie ein altersgerecht gestalteter Kinderraum ermöglichen vielseitige Alltagsnutzungen auch unter der Woche.
• Kirchliche und nicht-kirchliche Grossveranstaltungen: Die verbesserte Multifunktionalität des Auditoriums erlaubt unterschiedlichste Nutzungen mit guter akustischer Trennung zu den angrenzenden Räumen. Es bietet Platz für 200 Personen (mit Erweiterung 300), welche man anschliessend auch verköstigen kann. Die bestehende Stefanskirche hat 290 Plätze.
• Öffentlich zugängliche Kapelle: Individuelle und gemeinschaftliche Spiritualität wird ermöglicht, wodurch christliche spirituelle Praktiken nahbar gemacht werden. Heute ist eine «improvisierte Kapelle» im vordersten Teil der Stefanskirche aufgestellt.
• Adaptierbare Wohnflächen: Es wird etwa 35 Wohnungen geben. Ein Teil der Wohnflächen kann bei künftigem Bedarf in gemeinschaftliche Räume umgebaut werden.
• Andere Verbesserungen: Eine optimierte städtebauliche Setzung für bessere Wahrnehmung der Kirche und des Lebens in den Kirchenräumen, Aussenraumgestaltung für Essen und Spielen, angenehme Raum-Akustik, bessere Wärmedämmung und Wohnungen, welche die langfristige finanzielle Tragbarkeit des Gebäudes verbessern sollen.
Mit diesen Änderungen lässt sich das Nutzungskonzept grösstenteils umsetzen. Es sind jedoch betriebliche Einschränkungen und ein Verzicht auf Komfort und Exklusivität hinzunehmen. Nichts desto trotz glauben wir, dass mit diesem Prozess ein Meilenstein geschafft wurde und das Projekt effizienter und damit gesamthaft besser geworden ist. Zu den finanziellen Auswirkungen lesen Sie im nächsten Artikel mehr.
Bild: Ansicht MAYA Stand Wettbewerb, Lukas Imhof Architektur.